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News von Juli 2010
1. Juli 2010
Neuer Pro-Contest auf dem Freeride Festival: Marzocchi Air Strike
Der Marzocchi Airstrike ist ein Urban Slopestyle-Wettkampf für Profi-Freerider. Der Kurs startet auf einem zirka 20 Meter hohem Hotel, direkt auf dem Dachfirst. Die Fahrer springen vom Dach auf das niedrigere Dach des Nachbarhauses. Von dort hinunter auf eine Landerampe auf dem Vorplatz des Hotels. Der Schwung trägt sie über einen Wallride, weitere Kicker-Sprünge zB auch ins Bachbett und wieder hinaus auf der anderen Seite.
Kursdesigner sind Profi-Freerider Joscha Forstreuter und Pierre Edouard Ferry, beides alte Hasen. So haben sie ua. den Adidas Slopestyle, den FISE Slopestyle und Chatel Mountainstyle designt. Der Wettkampf wird definitiv spektakulär, denn alleine schon durch seine Kursführung sticht er aus der Flut der Freeride-Wettkämpfe hervor, die meist Dirtjump-Charaktewr haben. Zuschauerfreundlich: die Zuschauer können den gesamten Kurs einsehen. Die Location verspricht erstklassige Fotos mit ganz eigener Anmutung.
Das Dakine Freeride Festival Saalbach Hinterglemm powered by Nissan freut sich dieses Jahr Gastgeber der Freeride MTB World Tour sein zu dürfen. Der am Samstag Abend stattfindende Proficontest Marzocchi Airstrike ist in die Liste der auserwählten Tour-Stops der FMB World Tour aufgenommen worden.
Die FMB World Tour schließt hochkarätige und erstklassige MTB Events zusammen und gliedert diese in eine komplett neu geschaffene Wettbewerbs-Serie. Athleten, die an Big Mountain, Slopestyle und Dirt Jump Wettbewerben der FMB World Tour teilnehmen, können bei jedem einzelnen Event Punkte sammeln. Nach jeden Tourstop wird das Worldranking aktualisiert und macht den Freeride Mountain Sport für Fahrer, Fans und Medienvertreter transparenter (Artikel auf www.bike-freeride.de).
» mehr2. Juli 2010
Jimi™ wallet – Der Geldbeutel für Leute, die Geldbeutel hassen
Die 2005 in San Francisco gegründete Firma Jimi hat sich zum Ziel gemacht, Produkte zu entwickeln, die sinnvoll sind. So entstand auch der Jimi wallet, ein Geldbeutel für Leute, die Geldbeutel hassen. Der Jimi ist klein, handlich und transportiert nur das Nötigste: er fasst bis zu fünf Karten im Scheckkartenformat und besitzt eine Geldscheinklammer in der zweiten Schale. Wegen seines stylischen und transparenten Aussehens wird er deshalb auch im Museum of Modern Art in New York verkauft. Doch Jimi liegt neben Design auch der Aspekt der Nachhaltigkeit am Herzen. So ist der Geldbeutel aus 100% recyceltem und recycelbarem Material hergestellt und 1% des Herstellerumsatzes geht Umweltprojekten zu. Das ca. 11 x 6,5 x 1,3cm kleine Lifestyle-Accessoire der Generation iPhone ist in 10 verschiedenen Farben erhältlich und kostet 14,99 EUR.
» mehr2. Juli 2010
RANDOM Photo Battle - Hochwertige Jacke von Royal Racing zu gewinnen
Du bist begeistert vom Stil der Fotografien in RANDOM und würdest selber gerne mal dort vertreten sein!? Dann mach mit beim „RANDOM PHOTO BATTLE 2010“ und poste Dein bestes Bild hier auf random-photography.com . Du kannst bis zu 5 Bilder hochladen. (siehe Teilnahmebedingungen)
Dazu musst Du Dich nur schnell und kostenlos registrieren.
Es lohnt sich, denn für die ersten 10 gibt es Sachpreise im Wert von über 1700€ zu gewinnen und ausserdem die Möglichkeit, dass Dein Bild ins nächste RANDOM kommt. Der 2. Preis ist eine High-Tech Jacke von Royal Racing, die Navigator Jacket im Wert von 300,- EUR gesponsort von Cosmic Sports.
Aus den besten 30 Fotos (nach Userwertung) werden wiederum die besten 3 Fotos von einer unabhängigen Jury gewählt. Diese schaffen es ins nächste Heft.
Wir sind super gespannt auf das, was in Euren Archiven schlummert und das, was ihr im Laufe der Saison produzieren werdet.
Haut rein, lasst Eure Cams glühen, ladet das Beste hier hoch und haut Eure Freunde an auf Euer Pic zu voten!!
6. Juli 2010
Cosmic Sports auf dem FREERIDE Festival in Saalbach-Hinterglemm
Geile Trails, lange Abfahrten, smoothe Jumps - das FREERIDE Festival in Saalbach-Hinterglemm in seiner ersten Auflage steht an und Cosmic Sports wird für Euch vor Ort sein. Und man darf gespannt sein, denn Marzocchi zeigt erstmals seine 2011er Freeride- und DH-Gabeln. Weiterhin gibt es Bikes zum Testen von Corsair, SixSixOne und Royal gibt in Sachen Gravity den Trend in Bekleidung und Protektion vor und den All-Mountain/Enduro-Fahrern dürften die neuen Cockpitparts von Crank Brothers gefallen.
Hier das Programm:
SCOTT GANG BATTLE nennt sich der Massendownhill, der an allen drei Festivaltagen Fahrer und Zuschauer in Atem halten wird und den sportlichen Höhepunkt des ersten FREERIDE Festivals bildet. Der Scott Gang Battle ist Österreichs erstes Downhillrennen mit Massenstart. Pros und Amateure starten in der Qualifikation in "Gangs" zu je 30 Fahrer/innen am Schattberg. Die Strecke führt über 8 Kilometer mit etwa 1.000 Metern Höhenunterschied zur Talstation des Schattberg X-press in Saalbach. Rund 500 Starter haben sich bereits für das einzigartige Rennen angemeldet.
Allen Besuchern steht außerdem das 20x20x4 m große Luftkissen von Bagjump.com als sichere Landebahn zum Üben von Biketricks zur Verfügung. Beim YT Best Trick Award powered by Bagjump.com müssen sich die Teilnehmer in einer Vorrunde für den großen Showdown beim Contest am Samstag qualifizieren.
Atemnot und Staunen für Zuschauer beim Marzocchi Airstrike. Der Marzocchi Airstrike ist ein „Urban Slopestyle-Wettkampf“ für Profi-Freerider. Der Kurs startet im Zentrum von Hinterglemm auf dem Dachfirst eines Hotels mit einem Sprung auf das Nachbarhaus. Wallrides, ein Sprung ins Bachbett und Monster-Kicker sind die Highlights dieses Parcours von Profi-Freerider Joscha Forstreuter und Pierre Edouard Ferry, die bereits den adidas Slopestyle, den FISE Slopestyle und Chatel Mountainstyle designt haben. Der Wettkampf wird definitiv spektakulär, denn alleine schon durch seine Kursführung sticht er aus der Flut der Freeride-Wettkämpfe hervor, und die Zuschauer können den gesamten Kurs einsehen.
Mann gegen Mann - in Manier eines „Modern Western-Shootout“ stehen sich beim Maxxis Dual Eliminator am Reiterkogel zwei Fahrer gegenüber. Wie auch im Western von gestern, kann beim „Maxxis Dual Eliminator“ von heute nur der Schnellere gewinnen.
Für die Youngsters von sechs bis 15 Jahren geht es bei der Kids FREERIDE Challenge am Samstag ab 14 Uhr auf der original Slalom-Strecke des „Maxxis Dual Eliminator“ in zwei Durchgängen an den Start.
Für alle, die ihr Bike auch auf dem Hinterrad beherrschen (oder beherrschen wollen), hat die Firma Rose ein ganz besonderes Side-Event im Angebot. Bevor sich die Teilnehmer allerdings selber auf ihre Hinterräder beim Rose Speedwheelie Contest stürzen, sollten sie Bobby Root, dem König unter den Wheelie-Fahrern, genau zuhören. Denn der Weltrekordhalter im Speed-Wheelie-Fahren gibt in seinen Workshops zunächst wichtige Tipps und Tricks, bevor es auf die Straße geht.
Mittelpunkt des Festivals bildet die Expo mit über 50 namhaften Ausstellern und 70 Marken aus der Freeride- und Bike-Szene. Alle Produktneuheiten sind nicht nur zum Bestaunen da, sondern auch zum Ausprobieren und Testen!
Ein cooles Freeride Event lebt auch von coolen Fahrern und echten Typen. Unter anderem können sich die Festivalbesucher freuen auf Thomas Vanderham, Amir Kabbani, Geoff Gulevich, Wade Simmons, Richie Schley, Bobby Root, Tibor Simai, Timo Pritzel, Rob J und noch viele mehr. Besucher haben aber nicht nur die Möglichkeit, die Heros der Szene bei täglichen Autogrammstunden zu treffen, sondern auch gemeinsam mit ihnen auf die ein oder andere unvergessliche Tour zu gehen!
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
16. Juli 2010
Cosmic Challengers Tagebuch: Die Anreise
Die Cosmic Challengers haben sich auf Ihr Vorhaben gerüstet: die BIKE Transalp Challenge 2011 von Füssen nach Riva del Garda. In ihrem täglichen Tagebuch berichten sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Anreise
Manuela und Rafael: Zum Start der Transalp in Füssen reisten wir aus verschiedenen Richtungen an. Rafael kam mit unserer Betreuerin Liz (schon mal ein riessen Dank an dieser Stelle!) aus Hessen und Manuela kam direkt aus Zürich.
Beide hofften wir sowohl den Wochenend- als auch den Urlaubsverkehr mit seinen üblichen Staus in Bayern vermeiden zu können. Schon zu Beginn der Anreise hörten wir von kilometerlangen auf Bayern’s Autobahnen, aber zum Glück blieben wir davon verschont. Dennoch passierte Rafael noch ein riessen Missgeschick: Abfahrbereit um 14Uhr stieg er ins Auto ein und wurde just in diesem Moment noch von einer Wespe in den Finger gestochen. Dadurch wurde die Abfahrt erst einmal ein wenig nach hinten verschoben und es stand erst noch ein Besuch in der Apotheke an. Als der (nun fast auf doppelte Grösse angeschwollene) Mittelfinger nun versorgt war konnte die Anreise beginnen.
Manuela war zwar einige Zeit vor den anderen in Füssen, konnte die Zeit aber schonmal gut nutzen und die ganzen Startunterlagen und Starter-Taschen abholen. Pünktlich (zum Ende) der Nudelparty waren wir dann aber komplett und konnten noch die letzten Nudeln ergattern. Gestärkt ging es anschliessend dann nochmal zum Parkplatz und anschliessend zu unserer Unterkunft in Hopferau.
Daniel und Nico: Nach den letzten stressigen Tagen mit Organisation und Vorbereitung sind wir heute endlich am Ziel - wir werden morgen starten!
Nach wochenlanger Skepsis ob Nico fahren kann sind wir nun heiß und freuen uns riesig auf das Event.
Um 17h ging es direkt zur Registrierung, Startnummern und Transponderausgabe und Hotelbuchliste (damit das Gepäck an Ort und Stelle abgeholt und abgeben wird).
Nach der Ausgabe der offiziellen Craft Transalp-Bag Taschen stürzten wir uns in die "Expo"-Area, welche mit 10 Ständen etwas kompakt war. Dies wird sich aber morgen wohl ändern.
So hatten wir genug Zeit, bei unserem Sponsor Sigma Sport vorbeizuschauen und unsere Rox 9.0 limited inkl. Bike-, Puls-, Trittfrequenz- und PC-Auswertung-Funktion am Rad zu installieren. Somit sind unsere Bikes endgültig ready to race!
Bei Notfällen wird uns das Team Scott Sports unterstützen, die mit einem großen Aufgebot an Mechanikern und Werkstattplätzen zu jeder Etappe anreisen.
Bei der Pastaparty inkl. Fahrerbriefing und dem ersten Bier kam schon Feierabendstimmung auf, allerdings gings nun erst richtig los. Unser Zimmerkollege Rainer (Namen geändert, Anmerkung der Redaktion) meinte um 21.23h ein, ein Liteville 301 auf ein Spark 20 umzubauen. Nun gut, jetzt um 23.13h sind wir fertig. Nun gehts ab ins Bett, zumindest für uns. Für Rainer nicht.
17. Juli 2010
Cosmic Challengers Tagebuch: Die erste Etappe von Füssen nach Imst
Die Cosmic Challengers sind gestartet und berichten über ihre erste Etappe. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
1. Etappe: Von Füssen nach Imst
Manuela und Rafael: Der Wecker rappelte bereits um 6Uhr (wir hatten ihn extra früh gestellt, sodass wir noch die Möglichkeit hatten etwas liegen zu bleiben), aber dennoch mussten wir einige Zeit später natürlich aus den Federn. Dank unserer Unterkunft auf einem Bauernhof bekamen wir ein richtig gutes Frühstück, sogar mit frischer Kuhmilch.
Danach machten wir uns auf den Weg zum Start/Ziel-Bereich. Rafael bewältigte die 8km kurze Anfahrt per Rad. Leider hatte er das Pech, die letzten 3 Wochen wegen Erkältung und eine (evtl.) Pollenallergie nicht trainieren zu können und so konnte er sich wenigstens vorab schon mal etwas warm und locker fahren. Die anderen beiden fuhren mit dem Auto, mussten aber wegen den Strassensperrungen etwas weiter weg parken. Die Zeit drängte, denn Manuela musste sich noch einen Dauerpark-Ausweis für ihr Auto besorgen. Aber pünktlich zum Startschuss standen wir beide im Startblock A.
Der Startschuss fiel. Vor uns lagen insgesamt 83,76km und 2105hm auf dem Weg nach Füssen. Die Wetteraussichten waren leider nicht sonderlich gut. Bereits am Start hörten wir etwas von der Rennleitung bzgl. „Bei Gewitter steigt ihr bitte alle vom Rad ab und fahrt erst weiter, wenn es vorbei ist!“. Ohweh – dachten wir uns... Die ersten grauen Wolken kündigten sich am Horizont auch bereits an. Aber das Wetter hielt (gottseidank!).
Die ersten Kilometer gingen durch die Innenstadt von Füssen. In der relativ engen Fussgängerzone kam es dadurch vermehrt zu Stau, weshalb wir öfter anhalten mussten. Aber schon kurz drauf hatten wir freie Fahrt und konnten auch das Tempo verschärfen.
Die Beine waren gut und durch die vielen anderen Fahrer konnten wir das Windschattenfahren sehr gut ausnutzen. Dadurch hatten wir nach der ersten Stunde auch einen Schnitt von knapp 26km/h (ok – viel Berg war hier (noch) nicht dabei ;-) ).
Nach knapp einer Stunde mussten wir das Tempo leider etwas rausnehmen; Manuela bekam plötzlich Nasenbluten aber zum Glück legte sich das ganze auch bald wieder und wir konnte unser Anfangstempo wieder aufnehmen. Rafael meist vorne weg und Manuela im Windschatten auf den Flachpassagen; so kamen wir gut voran. All zu viele andere Mixed-Teams sahen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht an uns vorbei ziehen.
Bei der ersten Verpflegungsstelle in Lermoos füllten wir all unsere Flaschen auf – bzw. Rafael – denn während Manuela weiter fuhr verwandelte er sich zum „Wasserträger“, füllte vier Flaschen mit Iso-Getränk und Wasser auf und fuhr dann weiter. So konnten wir etwas Zeit gut machen.
Kurz nach der Verpflegung kam auch schon der erste (und einzig richtige) Berg dieser Tour: es ging hoch zum Marienbergjoch. Knapp 800hm ging es hier am Stück berghoch. Leider hatte Manuela hier nicht mehr all zu gute Beine und wir mussten das Tempo hier etwas zurück nehmen. Das letzte Stück zum „Gipfel“ mussten wir dann (wie so ziemlich jedes Team) aufgrund des lockeren Schotters schieben. Aber kurz später kamen wir dann auch schon auf 1810hm an und wussten, dass es von da an so gut wie nur noch bergab ging.
Die Abfahrt gestaltete sich als eine reine Schotterabfahrt. Leider hatten wir hier einige langsamere Fahrer vor uns und mussten schauen, dass wir uns Stück für Stück vorarbeiten und auch nur vorsichtig überholen. Wir konnten hier noch zu 2 anderen Mixed-Teams aufschliessen mit denen wir gemeinsam auf die letzten flacheren Kilometern nach Imst fuhren.
Das Tempo wurde auf diesen letzten Kilometern nochmals etwas verschärft, aber zu diesem Zeitpunkt meldeten sich (zumindest bei Manuela) ein wenig die Beine; vielleicht hatte sie hier noch mit einigen kleineren Nachwirkungen vom Dolomiti Superbike von letzter Woche zu kämpfen. Aber dennoch kamen wir nach einer Gesamtzeit von 03:56.16 im Ziel an. Dies bedeutete für uns einen 18.Platz in der Mixed-Wertung; ein guter Ausgangspunkt für die weiteren Rennen.
Nun gilt es morgen die nächste Etappe in Angriff zu nehmen. Dort führt uns der Weg von Imst nach Ischgl.
Daniel und Nico: Leider war die Nacht sehr kurz, Rainer (Namen geändert, Anmerkung der Redaktion) unser Zimmerkollege hat noch bis spät in die Nacht seine Umbauaktion durchgezogen. Durch den Umstand, dass wir weder Montageständer noch ausreichend Licht zur Verfügung hatten, verlagerten wir diese Aktion in den Vorraum unseres Zimmers. Und eben dieser Punkt führte zu unzähligen nervigen Fliegen, Mosquitos, Schnacken und anderen Kleinlebewesen die einem den Schlaf raubten.
Nun stehen wir, Nico, nach 3 Jahren, und Daniel, nach 6 Jahren, wieder gemeinsam am Start eines Rennens -und das Dank Nicos C-Lizenz direkt in Startreihe 2 von 1100 Starten. Unglaublich, vor allem mit dem Hintergrund, nur 4 Wochen Vorbereitungstraining in den Beinen zu haben.
Pünktlich um 9.30h fiel der Startschuß bei bedecktem Himmel, der die Angst weckte, im Regen fahren zu müssen. Zum Glück erreichten wir das Ziel vor dem Regen! Der Start verlief sehr hektisch, ständiges Beschleunigen und Abbremsen durch unzählige Hindernisse erschwerten es einem, den Rhythmus zu finden. Nachdem dann der Start offiziell freigegeben wurde, hieß es Feuer frei. Wir mussten uns gegenseitig ständig bremsen, wir waren einfach zu schnell unterwegs. Am Ende der Etappe hatte Nico einen Durschnittspuls von 158 Schläge pro Minute und Daniel 168 Schläge pro Minute bei 4 Stunden Fahrzeit. Wir haben aber keine Vergleichswerte, da wir in der Freizeit von solchen Foltermethoden abgekommen sind ;).
Weiter gings auf größtenteils Schotter mit einigen heftig steilen Rampen und sehr viele Flachstücken, bei denen das Tempo extrem hoch lag und es sich als schwer herausstellte, die „richtige Gruppe“ für unser Tempo zu finden.
Nach Kilometer 50 und der ersten Verpflegungsstation kam das eigentliche Ziel am heutigen Tag – die Mariabergalm. In Anbetracht unseres bisherigen Tempos haben wir aufs kleine Kettenblatt gewechselt, doch schon bald wurde es immer steiler, steiler und nochmal steiler. Im Prinzip befuhren wir die Skipiste – nur nicht im Winter schön im Schnee auf Brettern hinunter sondern im Sommer mit einem Zweirad bergauf.
Die letzten 300 Höhenmeter gaben uns den Rest. Im Roadbock stand die Passage als „Schiebestück“. Optimistisch sagten wir noch, mal schauen ob wir auch tragen müssen.
Als wir die letzte Kehre passierten, meinten wir – es ist geschafft! Nur was sich dann in unser Sichtfeld manifestierte, war dieser unglaublich steile und extreme letzte Teil mit bis zu 21% Steigung.
Wenn man dann noch das ganze Feld schieben sieht, wird einem anders zu Mute. Genau zu diesem Zeitpunkt meldete sich Daniels Magen, der für die lange Schiebepassage außer Gefecht war. Nach 10min Pause und langsamen Besteigen des Berges war der höchste Punkt der heutigen Etappen bezwungen. Und leider sehr viel Zeit verloren auf den letzten Metern. Nun hieß sich für die Abfahrt konzentrieren, welche wiederrum nur aus Schotter bestand, aber viel Spaß machte. Sehr viele kleiner Anlieger in den Kurven, knochentrockener, staubiger Boden machten die Abfahrt wirklich zum Genuss – hoffentlich bleibt das so!
Die letzten 10 Kilometer versuchten wir, die verlorene Zeit aus der „Notrast“ aufzuholen und kamen nach 4:08h auf Platz 158 ins Ziel. Ausbaufähig würden wir sagen, nachdem Daniel mit seinem Magen kurzzeitig Probleme hatte. Und Nicos Hand hält – auch wenn die Abfahrten nicht Vollgas genommen werden können. Wir freuen uns auf morgen und gehen jetzt zurück in die Expo Area der Transalp zur Pasta Party!
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18. Juli 2010
Cosmic Challengers Tagebuch: Die zweite Etappe von Imst nach Ischgl
Die zweite Etappe führt unsere Cosmic Challengers von Imst nach Ischgl. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael: Die zweite Etappe der Transalp 2010 führte uns heute von Imst nach Ischgl. Auf dem Plan standen hierbei insgesamt 76,92km mit insgesamt 3184hm!!! Aber diese Anzahl an Höhenmetern erschreckte uns (zunächst) nicht, da wir von den Rennen in Kirchzarten, Frammersbach und Dolomiti bereits solche Höhenmeteranzahlen gewöhnt sind.
Pünktlich um 9Uhr fiel der Startschuss und wir setzten uns aus dem zweiten Startblock aus in Bewegung. Die ersten Kilometer fingen wie gestern auch bereits neutralisiert an. Somit war das Tempo anfangs noch nicht hoch und das gesamte Teilnehmerfeld hing bis Kilometer 6 noch zusammen. Von der Rennleitung war hier geplant, dass die Neutralisationsphase sehr langsam vonstatten geht, da bei Kilometer 6 ein geschlossener Bahnübergang auf uns wartete, der zunächst noch einen Zug durchlassen musste. Aber alles klappte einwandfrei und wir kamen erst nach dem Zug dort an.
Anschliessend wurde das Rennen auch offiziell eröffnet und das Tempo verschärfte sich ein wenig. Aber nicht lange, denn der erste Berg wartete auch schon direkt im Anschluss auf uns. Hier trafen wir auch noch unsere Teamkollegen des zweiten Cosmic Challenger Teams Nico und Daniel. (Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nicht ganz ausser Puste, sodass wir sogar noch ein kleines „Schwätzchen“ halten konnten ;-) ) Aber schon bald merkten unsere Beine den Anstieg und wir mussten uns jeweils auf unser eigenes Tempo konzentrieren. An diesem ersten Anstieg trennte sich schon im gesamten Teilnehmerfeld die Spreu vom Weizen, immerhin standen hier auf knapp 10km insgesamt 1200hm Differenz auf dem Programm.
Es ging über Serpentinen und an Kuhweiden entlang (einige Kühe liessen es sich nicht nehmen, die Radfahrer am Streckenrand ohne Weidezaun sogar hautnah zu begrüssen) hoch bis zur Vanetalm. Nach knapp 1,5 Stunde Fahrtzeit waren wir dann endlich hoch oben auf dem Berg angekommen und freuten uns schon riessig auf die sich anschliessende Abfahrt. Diese Abfahrt verlief meist über Schotter, auf der wir wieder einige zuvor verlorene Plätze gut machen konnten.
Unten in Wenns angekommen ging es auch schon direkt wieder in den nächsten Anstieg: in Richtung Pillerhöhe. Auf der Hälfte des Anstiegs erreichten wir dann noch die erste Verpflegungsstation, an der wir all unsere (mittlerweile leeren) Flaschen wieder auffüllen mussten. Zu diesem Zeitpunkt merkte Manuela leider schon etwas wie die Kraft in den Beinen anfing nachzulassen. Aber wir mussten – bzw. wollten J - ja einfach auch auf diesem Berg ankommen und so liessen wir es etwas ruhiger angehen und fuhren weiter.
Nach der Pillerhöhe ging es runter nach Landeck und hier erwartete uns dier erste technisch recht anspruchvolle Passag: Mitten im Wald ging es über zum Teil recht nasses Felsgestein und Wurzeln, die uns – wie auch alle anderen Teilnehmer – an vielen Stellen zum Absteigen zwang. Aber dank unserer super funktionierenden Marzocchi Gabel waren die restlichen fahrbaren Stellen kein Problem und wir konnten trotz der schwierigen Bedingungen sogar einige Plätze gut machen.
Nach diesem Downhill ging es erneut weiter zum nächsten Anstieg und wir dachten uns schon „ohnein, schonwieder ein Berg“. Aber auch hier galt unser Motto „keine Gnade für die Wade“ und wir strampelten eifrig weiter, da wir wussten, dass anschliessend nochmals eine Abfahrt zur Erholung anstand. Diese Abfahrt kam auch – war aber alles andere als eine Erholung. Durch die Regenfälle der letzten Nacht (zum Glück blieb das Wetter wenigstens heute am Tag trocken!) verwandelte sich ein kleiner Bergbach in einen ziemlich reissenden Strom und wir mussten diesen zu Fuss überqueren, bevor wir die dadurch nassgewordenen Füsse wieder auf die Pedale setzen konnten. Aber auch die weitere Abfahrt war technisch nicht ohne und auch hier mussten wir wieder vermehrt vom Rad. Echt schade, denn bei trockenen Bedingungen wäre diese Abfahrt sicherlich sehr gut zu bewältigen gewesen. Leider bekamen wir auf dieser Abfahrt noch einen kleinen „Defekt“... zum Glück allerdings nicht am Bike, sondern es gab einen kleinen Trikot-Reissverschluss-Schaden bei Rafael und er musste die restliche Etappe mit halb offenem Trikot bewältigen, was speziell auf der Abfahrt etwas frisch wurde.
Die letzen Kilometer nach Ischgl kamen uns vor wie eine nie enden wollende Geschichte: Ein ständiges bergauf und bergab, über Schotter, Teer und Wiesen. Durch Wälder hindurch, über Trails. Prinzipiell sehr schön zu fahren. Doch die knapp 2600hm zuvor machten sich so langsam schon bemerkbar. Vor allem Manuela wurde immer müder und Rafael verwandelte sich desöfteren wieder in ein „Zugpferd“, welches seine Teamkollegin schieben und ziehen musste. Aber den anderen Teilnehmern erging es ähnlich und auch hier sah man meist nur Zweier-Grüppchen die sich gegenseitig den Berg hochdrückten (eine kleine Beruhigung für uns).
Nach letztendlich 05:26.34 Stunden Fahrtzeit erreichten wir anschliessend das Ziel in Ischgl und waren total erleichtert, dass die Etappe vorüber ist; war es doch die bislang schwierigste Etappe auf der Transalp (ok, wir geben zu es war erst die zweite, aber immerhin war sie schwieriger als die gestrige ;-) ). In der Mixed-Wertung belegten wir mit dieser Zeit den 23. Rang von insgesamt 68 Mixed-Teams.
Daniel und Nico: Heute standen zum ersten Mal mehr als 3000 Höhenmeter auf dem Programm. Nachdem der gestrige Tag nicht optimal verlief, waren wir beide natürlich gespannt, wie es heute läuft.
Pünktlich zur Startaufstellung um 8Uhr erstrahlte Imst in der Sonne, der Tag versprach gut zu werden – und war er bis zum Schluß. Nach der Platzierung vom Vortrag starteten wir in Block B und gingen das Rennen gelassener an. Nach den ersten flachen Kilometern kam bereits der erste und größte Anstieg, 1300 Höhenmeter am Stück. Der gesamte Anstieg haben wir im Prinzip auf dem kleinen Kettenblatt bewältigt, sowas kennen wir von der schwäbischen Alb nicht.
Für uns waren die Highlights definitiv die Abfahrten, selbst Schottwege üben hier in den Alpen einen gewissen Reiz aus. Da das Fahrtechnikniveau zum Glück (oder leider?) relativ durchwachsen ist in unserem Leistungsfeld, können wir zum Teil pro Abfahrt 20-30 Plätze gut machen. Und das macht verdammt viel Laune, auch wenn wir am nächsten Berg wieder überholt werden. Es scheint wirklich so, dass ein Großteil unheimlich fit ist, aber Fahrtechnik scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wobei genau das doch Mountainbiken bedeutet, Trails fahren und genießen.
Nach dem 2. Anstieg war es dann soweit – der erste Singletrail der Transalp! Der Boden war noch sehr feucht vom Regen der Nacht und machte ihn noch etwas schwerer. Gespickt mit Wurzeln und unzähligen rutschigen Felskanten verlangte er Fahrtechnik. Leider ist es dann oft schwer im Trail überholen zu können oder nicht im Stau zu stehen.
Nach dem dritten und letzten langen Anstieg kam der nächst Trail, der leider zu Fuß bewältigt werden musste – ansonsten wurde man disqualifiziert. Er war zur Hälfte unfahrbar und mit stark abfallenden Überhängen. Anscheinend wurde nach uns ein Hubschrauber gesichtet, welcher einen mehrere Meter abgestürzten Fahrer bergen musste. Gute Besserung!
Der Tag zog sich in die Länge, die letzten 15 Kilometer nach Ischgl waren teils Singletrail, teils Wiese, teils Rampen – ein ständiges Auf und Ab. Leider haben wir noch einige Plätze verloren, ab einer Fahrzeit von 4 Stunden verlassen uns die Kräfte etwas. Im Ziel waren wir nach 5:18h, das bedeutete Platz 124. Gesamtwertung: 136 Platz. Ausbaufähig J
Nun geht es weiter, Bikes kurz checken, Wäsche waschen und ab zur Pasta Party, damit es dann wieder ins Bett geht. Der Tag vergeht ungemein schnell….
20. Juli 2010
Cosmic Challengers Tagebuch: Die dritte Etappe von Ischgl nach Scoul
Am dritten Tag der BIKE Transalp Challenge gings für unsere Teams von Ischgl nach Scoul. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael: Die dritte Etappe von Ischgl nach Scuol stand für uns beide leider von Beginn an unter keinem guten Stern. Bereits kurz nach der Einführungsrunde, in der es einmal rund durch die Innenstadt Ischgl’s ging, merkte Manuela, dass sie ziemliche Probleme mit dem hinteren Antrieb hatte. Und dem nicht genug, ging es wenige Meter weiter auch direkt schon hoch zum Idjoch in den ersten Berg rein, wo Manuela noch am Fusse des Anstiegs erneut Nasenbluten bekam. Dies veranlasste uns beide zu einer ungewollten knapp 10 min dauernden Pause, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt vielleicht erst einmal selbst 10 min Fahrtzeit hatten. Dadurch war unser Startplatz im zweiten Startblock leider direkt weg und wir mussten vom Ende des Feldes(!) aus das Rennen in Angriff nehmen. Dies bedeutete für uns, dass wir knapp 1100 Fahrerinnen und Fahrer direkt vor uns hatten.
Dadurch kamen wir an dem ersten Anstieg natürlich einmal direkt in einen Stau, versuchten aber jede auch nur kleine Lücke zu nutzen und uns stückweise vorzuarbeiten. Da der Berg auf 11km mit seinen 1400 zu bewältigenden Höhenmetern dem ein oder anderen Fahrer nicht unbedingt lag, entzerrte sich das Feld auf den ersten Kilometern schon enormst. Dies machte unsere Überholversuche etwas einfacher.
Nach knapp 1200 gefahrenen Höhenmetern wurde die Luft allmählich dann ziemlich dünn, aber der geniale Ausblick spornte uns immer weiter an. 100hm weiter merkte Manuela dann allerdings, dass sie die Höhenluft scheinbar nicht sonderlich gut verträgt und sie bekam leichtes Kopfweh. Die letzten paar Meter hoch zum Gipfel mussten wir unsere Räder dann leider auch noch schieben. Der Anstieg war recht steil und der Untergrund nicht sonderlich griffig. Es gelang an dieser Stelle nur wenigen Fahrern das Hochfahren (wobei man sagen muss, dass man beim Schieben eigentlich schneller voran kam, als wenn man versuchte sich auf dem Rad hoch zu quälen).
Als wir endlich oben angekommen waren, zogen wir uns zunächst einmal unsere mitgebrachten Wind- bzw. Regenjacken über, denn in 2737 Metern Höhe war die Luft schon etwas frisch und vor allem auf der Abfahrt kam dann ja noch der kühle Fahrtwind hinzu.
Die Abfahrt verlief über groben Schotter und war gut zu bewältigen. Wir konnten hier wieder einige Plätze gut machen, aber vor allem Manuela traute auf den ersten Metern ihrem Antrieb
nicht mehr recht und fuhr daher meist mit „angezogener Handbremse“.
Auf den nächsten Kilometern wechselten sich die An- und Abstiege wieder etwas ab bevor es zum nächsten Berg ging. Aber dieser Berg hoch zur Kobleralm war im Vergleich zum ersten Anstieg schon fast gar kein Berg mehr, denn hier standen uns nur noch 400hm Differenz bevor. Die sich darauf anschliessende Abfahrt hatte dann sogar noch ein kleines „Sahnebonbon“ für uns zu bieten: Bei ca. Kilomter 40 schloss sich ein traumhafter Downhill an. Hier legte Manuela dann richtig los und überholte ständig irgendwelche Fahrer, die sich nicht trauten die Abfahrt zu fahren. Der Trail war gespickt von kleineren Felsbröckchen und zahlreichen Wurzeln - und Wurzeln ist Manuela von ihrem „Heim-Trail“ in Zürich ja bestens gewöhnt. Rafael folgte direkt und so konnten wir wieder etwas der verlorenen Zeit vom Anfang gut machen.
Die letzten Kilometer bis zum Ziel führten uns dann über die Österreich-Schweizer-Grenze Richtung Sur En weiter nach Scuol. Hier konnten wir uns mit einigen anderen Fahrern zusammenschliessen und Windschatten fahren. Die Strecke war zwar nicht ganz flach und bot einen leichten Anstieg, wurde dementsprechend aber zur Drücker-Passage und man war froh, wenn man jemand vor sich hatte.
Nach insgesamt 73,64km und 2504hm kamen wir dann aber dennoch ziemlich erschöpft im Ziel in Scuol an. Für die Strecke brauchten wir heute insgesamt 05:04.22 Stunden (bedeutet den 36. Platz in der Mixed-Wertung und den 327. Platz Gesamt). Dadurch, dass wir zu Beginn des Rennens am Ende des Feldes waren, konnten wir anhand der Gesamt-Wertung sogar sehen, wie viele Leute wir insgesamt überholte hatten: Es waren fast 400 Stück :-)
Morgen geht’s dann von Scuol aus weiter nach Livigno. Die Strecke soll landschaftlich eine der schönsten Strecken der Schweiz sein, zumal sie identisch mit dem ersten Teil der Langstrecke des berühmten Nationalpark Bike-Marathons ist. Wir sind gespannt :-)
Daniel und Nico: Der heutige Bericht wird etwas knapper ausfallen. Wir sind mittlerweile ziemlich kaputt - und das nach Tag 3. Nach dem schönen Etappenort Ischgl ging es heute über das Idjoch nach Scuol. Direkt vom Start weg 1400 Höhenmeter am Stück die Skipiste aufs Idjoch. Unverschämt lang, unverschämt steil und unverschämt hart.
Da wir morgens eher von der langsamen Truppe sind und nicht 2h vor Start, wie manch Übermotivierte, einen Startplatz sichern, wartet man dann mal eben ein, zwei Minuten nach dem Startschuß bis man losfahren kann. Wir versuchen zwar gerade am Start einige Plätze gut zu machen, bei 1100 Startern ist das aber manchmal wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Es ging direkt in den Skihang von der Talabfahrt in Ischgl und zog sich weitere 1400 Höhenmeter am Stück. Langsam aber kontinuierlich machten wir Plätze um Plätze gut und kamen am Idjoch in einer guten Position an.
Die Position war zumindest so gut, dass wir in der Abfahrt nicht aufgehalten wurden. Denn es war ein wahrer Genuß, technisch zwar wenig anspruchsvoll, aber mit der Geschwindigkeit wächst dann doch die Herausforderung. Wir hielten uns einigermaßen an dieser Position, auch wenn wir an den Verpflegungsstationen immer Zeit verlieren. Wie das geht wissen wir nicht genau, da wir zwei Flaschen auffüllen, alles essbare einwerfen und ab gehts - Andere kriegen das aber schneller hin.
Nach dem zweiten Anstieg kam dann wie so oft unser Sorgenkind, ein 20km Flachstück bis ins Ziel. Wir verloren zwar nicht wieder so viele Plätze wie an den Vortagen, aber es hat wieder alle Körner gekostet um die Platzierung zu erreichen.Im Ziel angekommen nach 4:25h, bedeutet Platz 110. Wir werden morgen wohl das Gas richtig rausnehmen, da wir nach der Etappe heute doch sehr müde sind. Am Mittwoch steht die Königsetappe an, dass wird hart, sehr hart werden für uns.
Übrigens hatten wir bis dato keinen Platten, hoffentlich bleibt das so. Gefahren wird vorn mit einem RocketRon in 2,25, und hinten Racing Ralph in 2,25 (der eher 2,0 entspricht). Nico fährt auf den Crankbrothers Cobalt tubeless mit 50ml docblue Milch (die schon 2 Jahre alt ist und trotzdem hält ;) ), Daniel mit XXLight Schläuchen und 25ml docblue pro Reifen.
Nun werden wir zur Gondelstation in Scuol laufen und die Pasta Party in der Bergstation genießen. Bilder gibts morgen!
21. Juli 2010
Cosmic Challengers Tagebuch: Die vierte Etappe von Scoul nach Livigno
Unsere Cosmic Challengers befinden sich mitten in der Transalp-Tour und bestritten gestern die Route Scoul - Livigno. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael:
Die vierte Etappe der Transalp startete für uns heute morgen um 9Uhr in Scuol. Scuol ist für Biker bestens bekannt, da hier jedes Jahr am letzten Augustwochenende der Nationalpark Bike-Marathon stattfindet und diese Strecke eine der schönsten der Schweiz ist. Auch wir kamen in diesen Genuss und durften auf unserer heutigen Etappe den ersten Teil der Bike-Marthon Strecke von Scuol nach Livigno fahren.
Bereits zu Rennbeginn zeigte sich das Wetter erneut von seiner besten Seite und somit verzichteten wir heute sogar einmal darauf unsere Regen bzw. Windjacken mitzunehmen, auch wenn wir wussten, dass der höchste Punkt für uns heute bei 2290hm lag.
Direkt nach dem Start ging es für uns schon in den ersten Berg. Dieser war allerdings wesentlich besser zu fahren, als der erste Anstieg des Vortages, da sich die knapp 1000hm Differenz auf ca. 24km aufteilten. Nach diesen 24km erreichten wir den „Pass da Costainas“ mit seinem sensationellen Alpenpanorama! Hier gab es weit und breit nur Berge und grüne Wiesen, einfach ein fantastischer Ausblick. Aber da wir ja zum Radfahren hergekommen sind, genossen wir diesen Ausblick natürlich nur am Rande ;-) und konzentrierten uns weiter aufs Radfahren.
Wir liessen es heute von Anfang an ein wenig langsamer angehen und mussten daher am ersten Berg auch einige Leute ziehen lassen. Hoch oben nach dem Pass, schloss sich dann aber ein toller Singletrail mit anschliessender Abfahrt an, wo wir wieder einige Plätze gut machen konnten. An der ersten Verpflegungsstation bei Kilometer 33 hielten wir dann kurz an. Bei diesen Temperaturen ist es wichtig viel zu trinken und daher füllten wir unsere Getränkeflaschen immer wieder voll auf. Aber die Getränkeflaschen dienten uns heute nicht nur zum Trinken, sondern vermehr auch zu erfrischenden Abkühlung. Denn sobald eine Flasche leer war, wurde diese im nächsten Bergbach mit Wasser wieder aufgefüllt und wir leerten diese über unseren Köpfen dann wieder aus. Nach der ersten Verpflegungsstation kam auch schon direkt der zweite Berg. Auch hier fuhren wir recht verhalten, um unsere Kräfte noch bis zum Ende zu schonen. Vor allem im Hinblick auf die morgige Etappe (die Königsdistanz!) wollten wir uns heute nicht in Grund und Boden fahren. An diesem Anstieg trafen wir wieder auf viele Teams, die wir auch am ersten Anstieg um uns herum hatten. Diese konnten wir, vor allem auf der anschliessenden Abfahrt – wieder einholen. Allerdings bekam Rafael auf dieser Abfahrt einen platten Reifen und so hiess es für ihn erst einmal einen unfreiwilligen Boxenstopp einzulegen und den Schlauch zu wechseln. Aber dies hatte er in nur kürzester Zeit erledigt.
Nach dieser Abfahrt ging es zum dritten und letzten Berg für heute, hoch zum „Passo Alpisella“. Dieser liegt bei knapp 2290hm und aufgrund des total schönen und warmen Wetter erschreckten wir uns ein wenig als wir sahen, dass wir hier sogar noch einige wenige Meter durch Schnee fahren musste. Rafael schlug direkt eine Schneeballschlacht vor, fand aber bei den Teams die zu diesem Zeitpunkt um uns herum fuhren niemanden der mitmachen wollte ;-)
Bis nach Livigno waren es von da an nur noch knapp 10km, teils über recht beeindruckende Trails an Berghängen entlang (echt nichts für Leute mit Höhenangst) und entlang eines Flusses bis zur Innenstadt von unserem heutigen Etappenort.
Für die heutige Etappe mit 73,91km und 2377hm brauchten wir insgesamt 05:03.46 Stunden. Dies bedeutete für uns den 33. Platz in der Mixed-Kategorie. In der Gesamtwertung liegen wir derzeit auf Platz 26, d.h. wir dürfen morgen erneut aus dem zweiten Startblock starten. Dann erwartet uns die Königsetappe der diesjährigen Transalp, an der wir insgesamt 106,87km und 3461hm bewältigen müssen. Aber da wir uns heute eine (wohlverdiente) Massage gönnen durften, sehen wir der morgigen Etappe sehr zuversichtlich entgegen.
Daniel und Nico:
Wir melden uns aus dem Press Office in Livigno und wollen noch vor der Pasta Party, die gestern im Übrigen grandios war, unsere Bilder zur Etappe zeigen. Neben uns steht gerade Hans Rey…
Dieser „Shuttleservice“ fährt dann jede Stunde, somit mussten wir bis 7.15h fertig sein. Leider konnten wir dann das traumhafte Frühstück nicht in vollen Zügen genießen, die Aussicht war gigantisch in der Morgensonne.
Bisher waren wir immer zu spät an der Startaufstellung, dies änderte sich heute. Dafür darf man dann 60min stehen und warten.
Aber dann ging es endlich los, in die bisher schönste Etappe dieser Transalp. In Anbetracht der morgigen Königsetappe gingen wir es ruhig an, aber selbst wenn wir gewollt hätten, es würde nicht schneller gehen. Unser Durchschnittspuls ist von der ersten Etappe von 170 Schläge pro Minute auf mittlerweile knapp 150 Schläge pro Minute gesunken. Wir haben einfach nicht mehr genug Kraft in den Beinen, um das Tempo hoch halten zu können.
Bei 37°C und Sonne pur genossen wir wohl einen der schönsten Bikespots in den Alpen, ein wundervoller Singletrail mit viel Flow und teilweise direkt am Abgrund, ein absoluter Traum für jeden Biker. Die Etappe hatte eher flache Steigungen und viele Flachstücke – was uns eher weniger liegt bzw. den anderen Teams besser. Nach 4:30h kamen wir auf dem 109. Platz ins Ziel, es scheint als pendelt sich diese Platzierung bei uns ein. Leider konnte man sich heute aber nicht wirklich erholen, die Beine sind platt. Einfach leer, kein Druck mehr. Und morgen stehen 3500 Höhenmeter und 107km an… unser einzigstes Dopingmittel wird heute die Pasta Party sein und Pferdesalbe. Vielleicht hilfts, drückt uns die Daumen, dass wir die morgige Etappe überstehen.
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29. Juli 2010
Ab 2011 bei uns: Bikewear von Zimtstern
Zimtstern als unabhängiges Snowboard-, Skate- und Surfwear-Label, welches 1995 in der Schweiz gegründet wurde, präsentiert ab 2011 seine erste Bike-Bekleidungskollektion. Die Kollektion mit 47 Teilen für Freeride/Park/Dirt, All Mountain sowie Enduro reicht von Funktionsjacken und Jerseys über Shorts bis zu funktioneller Streetwear. Dabei lässt sie mit technisch hochwertiger Bekleidung mit bester Funktion und progressivem
Design keine Wünsche offen.
Zimtstern arbeitet bei seiner Bekleidung mit den besten Partnern zusammen. So stammen die Stoffe vom italienischen Hersteller Miti, TMS produziert die Sitzpolster, Eschler liefert die
Softshell und die Membranen kommen von Zimtsterns engem Partner Sympatex. Dabei verfolgt Zimtstern auch beim Biken sein großes Engagement im Bereich nachhaltiger und umweltbewusster Produktion. Die technischen Teile sind allesamt bluesign®-zertifiziert. Recycled Polyester und Organic Cotton kommen in der Streetwear zum Einsatz.
Erstmalig vorgestellt wird die Kollektion auf der EUROBIKE 2011 in Friedrichshafen – Erhältlich im Fachhandel ist sie ab Frühjahr 2011.
30. Juli 2010
Cosmic Sports heute geschlossen
Die Cosmic Sports Crew befindet sich dieses Wochenende auf einem EUROBIKE Premeeting und erfährt von seinen Lieferanten mehr über ihre Neuigkeiten für 2011. Aus diesem Grund ist unser Büro heute, Freitag den 30.07.2010 nicht besetzt. Ab Montag, den 02.08.2010 sind wir wieder wie gewohnt für Sie zu erreichen. Wir danken für Ihr Verständnis.
» mehr22. Juli 2010
Cosmic Sports Challengers Tagebuch: Die fünfte Etappe von Livigno nach Ponte di Legno
Die Königsetappe der Transalp-Tour stand an: von Livigno nach Ponte di Legno. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael:
Heute stand für uns die Königs-Etappe auf dem Plan. Königs-Etappe deshalb, weil es sowohl die längste als auch die Strecke mit den meisten Höhenmetern der diesjährigen Transalp war. Sie führte von Livigno nach Ponte di Legno und beinhaltete 106,87km mit insgesamt 3461hm. Bereits beim Strecken-Briefing am Vorabend erwähnte der Rennleiter Uli Stanciu, dass wir mit einem langen Tag rechnen sollten und dass eine Strecke auf uns wartet, bei der viele an einigen Stellen vom Rad absteigen müssen. Und genau das erwartete uns auch direkt schon nach der Einführungsrunde durch Livigno. Nach knapp 2km kamen wir zum ersten Anstieg und sahen bereits aus der Ferne, dass dort kein Mensch auf dem Rad sass sondern alle den Berg hinauf schoben! So mussten auch wir an dieser Rampe absteigen und drücken unsere Bikes mit beiden Armen die knapp 20%ige Steigung hoch. Einige hundert Meter weiter konnten wir dann wieder aufsteigen, da sich das Feld etwas entzerrte und wir die Lücken nun zum weiteren Hochfahren nutzen konnten. Der Anstieg führte uns zunächst hoch zum Passo d’Eira und dann weiter zum Passo Trela, wo wir erneut aufgrund einer wartenden Menschenschlange kurz vom Rad mussten (aber nicht nur wir, sondern auch einer der Motocross-Fahrer, da selbst er mit seiner Maschine die Rampe nicht hochfahren konnte). Zwischen den beiden Pässen gab es eine kurze Abfahrt und wir bekamen bereits einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns im weiteren Streckenverlauf noch alles erwarten wird: knallharte Abfahrten, die technisch aufgrund der Gesteinsbrocken nicht einfach waren. (Hier ist sogar Neustadt ein Kinderspiel dagegen und wer Neustadt kennt, weiss was wir damit meinen.)
Auf dieser Abfahrt konnten wir einige Plätze gut machen und merkten schon, dass es heute wesentlich besser lief als gestern.
Anschliessend ging es dann wieder berghoch, diesmal zum Passo Trela, wo wir den höchsten Punkt (2301hm) für heute erreichten. In dieser Höhe mussten wir (wie gestern auch bereits) ein kurzes Wegstück über Schnee zurücklegen (und konnten es uns diesmal nicht verkneifen eine klitze kleine Schneeballschlacht zu machen ;-) ) Auf der folgenden Abfahrt liessen wir es dann erneut etwas Zeit gut machen (Abfahrten liegen uns :-) ) und konnten hier wieder einige Leute überholen bevor es auf knapp 15-20km auf nahezu ebener Fläche an einem Stausee entlang über Decauville nach Arnoga ging. Hier war Windschattenfahren angesagt und wir konnten auch eine gute Gruppe erwischen in der wir flott voran kamen. In Arnoga angekommen kamen wir zur ersten Verpflegungsstelle für heute, füllten unsere Flaschen wieder auf und weiter gings zum Passo di Verva. Nach diesem Anstieg erwartete uns eine knapp 20km lange Abfahrt von ca 2300hm auf knapp 500hm. Durch das Höhenprofil wussten wir, dass uns eine lange Abfahrt bevor stand, wie anstrengend diese jedoch werden würde, konnten wir vorher nicht wissen. Die Abfahrt bestand hauptsächlich aus grobem, steinigem Untergrund vermischt mit Schotter und speziell im unteren Teil wurde die Strecke durch den Wald hindurch technisch noch sehr anspruchsvoll. Und genau hier begann unsere Pechsträhne, denn erst bekam Rafael einen Durchschlag im Hinterrad und 200m weiter Manuela auch. Somit hiess es erstmal wieder Reifen wechseln (der zweite und dritte Plattfuss unserer aktuellen Transalp). Leider wurden wir durch diese Unterbrechung wieder von zahlreichen anderen Fahrern eingeholt, die wir vorher mühevoll abgeschüttelt hatten. Nach dieser felsigen Abfahrt waren wir froh als wir endlich im Tal ankamen. Allerdings nicht lange, denn direkt im Anschluss erwartete uns der längste und grösste Anstieg für heute. Wir mussten von 500hm wieder hoch auf knapp 2100hm. Dieser Anstieg kostete ziemlich Kraft und oben angekommen wussten wir, dass nur noch knapp 20km vom Ziel entfernt waren. Die letzten Kilometer führten erneut auf felsigen Abfahrten hinunter und über Kopfsteinpflaster bis nach Vallarco. Das letzte Stück bis Ponte di Legno ging es dann erneut etwas aufwärts, aber zum Glück mussten wir hier nicht mehr so viele Höhenmeter bewältigen wie am Anstieg davor. Mit offizieller Fahrtzeit von 07:42 Stunden (unsere reine Fahrtzeit ohne Pausen war knapp 07:22 Stunden) kamen wir als 24. der Mixed-Wertung im Ziel an.
Insgesamt haben wir nun 5 der 8 Etappen (415,1km und 13631hm) der diesjährigen Transalp hinter uns gebracht. Morgen geht’s weiter nach Male.
Daniel und Nico:
Nachtrag von gestern, die Internetverbindung in Passo del Tonale funktionierte nicht.
Auch von unserer Seite: Tiefe Anteilnahme um den tragischen Tod des verstorbenen Schauspielers und Transalp Challengers Heinrich Schmieder.
Heute morgen war es soweit – die Königsetappe stand an. Nach der gestrigen 4. Etappe waren wir komplett am Ende, die Beine komplett leer, der Rücken schmerzt, der Nacken brennt und die Hände haben Druckstellen (daher Vorbau nun mit 3cm Spacern).
Daher wählten wir die einzige Methode zur Besserung – Erholung. Nach Ankunft im Hotel direkt eine Stunde aufs Ohr gelegt und zum ersten Mal während dieser Transalp 8 Stunden geschlafen.Und es hat sogar geholfen. Aber der Reihe nach…
Wir waren um 8.10Uhr am Start (Einlaß zur den Startblöcken ist um 8Uhr) und waren natürlich wieder hinten platziert. Selbst vor 8Uhr bildet sich in Block C eine Schlange vor dem Einlaß – wirklich krank. Die Startblöcke werden nach der Gesamtplatzierung aufgesetzt, dass heißt in unserem Fall Block C da wir knapp die Top100 verpassen. Allerdings starten auch in Block C Mixed, Damen und Master Teams, welche bis zu 2-3 Stunden pro Etappe mehr brauchen wie wir. Das heißt jeden Tag mehrere hundert Biker überholen.
Doch heute wurde dies zum Verhängnis, direkt nach dem Ort Livigno führte die Strecke, mal wieder, eine Skipiste hinauf. Diese war wieder so extrem steil, dass die ersten 400 Meter geschoben wurde – dann steht man mal 5min auf einem Fleck bis man überhaupt weiter kann. Kommt dann noch eine Engstelle hinzu, wie Singletrails oder schmale Brücken kostet das zusätzlich Zeit. Als dann noch das Kameramotorrad an einer extrem steilen Rampe auf dem Singletrail feststeckte fällt es schwer ruhig zu bleiben. So hatten wir erst nach ca. 2 Stunden uns „frei fahren“ können und sind in unserem Leistungsfeld angekommen. Dieser Umstand nervt, wieso wird nicht einfach nach den exakten Zeiten der Gesamtwertung die Blöcke verteilt? Nach Stunde 2 kamen wir richtig in Fahrt, dass Tempo war gut, wir fanden die richtigen Gruppen und konnten uns so Stück für Stück vorarbeiten. Die Abfahrten waren der Wahnsinn, heftige „Schotterabfahrten“, welche einem wirkliche alles abverlangen. Extrem steil, extrem steinig mit teilweise Geröllfeldern. Ebenso die steilen Singletrails, so dass man nur komplett auf der Bremse steht. Dabei zeigt es sich, dass man mittlerweile anderes Terrain erreicht: Die Trails waren super steinig und felsig, die Schläuche pflasterten den Trail. Auch uns erwischte es, als wir versuchten weiter Boden gut zu machen, bei einem hefigen Geröllteil passierte es: Das Hinterrad nicht genug entlastet, Durschlag, Luft draußen. Obwohl es nach 2min weiter ging sind 30 Fahrer an uns vorbei. Die Leistungsdichte ist wirklich heftig. Insgesamt schlauchte die Etappe einfach sehr durch die heftigen Abfahrten, die Hände waren so beansprucht nach 20km Abfahrt, dass man kaum mehr Bremsen und den Lenker festhalten konnte. Viele Stürze waren die Folge, hoffentlich ohne bleibende Verletzungen! Nach 65km kam dann der eigentliche Hammer – Passo Mortirolo (bekannt vom Giro d’Italia). Der schwierigste Pass der Alpen siehe Roadbike. Eigentlich keine richtige Straße, vielmehr ein geteerter Forstweg. 1500 Höhenmeter am Stück bei einer Steigung, die wir zuvor noch nie an einer geteerte Straße gesehen haben. Doch erstaunlicherweise konnten wir unser Tempo durchhalten und kämpften weiter bis zur Schlußabfahrt nach Ponte di Legno. Die letzten 10km vor dem Ziel waren wieder hart – Ebene und ein kleiner Anstieg. Doch die Beine spielten mit – nach 7:04h erreichten wir auf Platz 94 das Ziel.
23. Juli 2010
Cosmic Sports Challengers Tagebuch: Die sechste Etappe von Ponte di Legno nach Malè
Es geht weiter in Richtung Ziel. Die heutige Etappe führte die Cosmic Challengers von Ponte di Legno in Richtung Malè. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael:
Heute ging es für uns von Ponte di Legno aus in Richtung Malè. Insgesamt lagen bei dieser 6. Etappe 72,61km und 2363hm vor uns. Wie gestern auch bereits war die Strecke von Schotter und felsigem Gestein übersäht, was die Abfahrten erneut erschwerten. Zudem war wieder die richtige Reifenwahl gefragt, denn an fast jeder zweiten Ecke sah man Teams mit Pannen. Zum Glück blieben wir davon heute verschont.
Wie an den Tagen zuvor hiess es auch auf dieser Etappe direkt nach dem Start erst einmal wieder: Berg hochfahren. Dieser Anstieg war zwar von der Steigung her fahrbar, dennoch mussten wir aufgrund der vor uns her fahrenden Biker öfter vom Rad. Auch auf einer kleinen Zwischenabfahrt war das fahren zwar möglich, dennoch kamen wir leider nur langsam voran.
Nach ca. 18km kamen wir auf dem Gipfel an und hatten damit auch bereits die ersten 1200hm hinter uns (quasi die Hälfte :-) ) Auf den anschliessenden 20km kamen wir dann eine Abfahrt, die aber immer wieder von kleineren Rampen (100-200hm Differenz) unterbrochen war. Diese Abfahrt war im oberen Bereich eigentlich ein sehr schöner Trail, aber wie bereits vorhin erwähnt, kamen einige der vor uns fahrenden Biker damit leider nicht zurecht und wir mussten öfter warten. Überholen war an dieser Stelle leider nicht möglich, da der Trail zum Einen zu schmal war und zum Anderen lag direkt rechts des Trails der Abhang des Berges, somit „traute" sich hier auch keiner zu überholen. Somit konnten wir uns erstmal ausruhen und auch einmal etwas die schöne Landschaft oberhalb der Baumgrenze auf knapp 2200hm geniessen.
Nach 43km kamen wir zum letzten richtgen Anstieg für heute. Hier mussten wir nochmals ca. 250hm bewältigen bevor wir auf die anschliessende Abfahrt in Richtung Dimaro kamen. Hier sah man an fast jeder zweiten Ecke Teams mit Defekten stehen, sei es mit Kettenriss (vom falschen Schalten an den kleinen aber feinen Rampen) oder hauptsächlich platten Reifen. Die Abfahrten forderten somit einiges an Material aber zum Glück kamen wir hier heute heil durch. Auf den letzten 10km bis zum Ziel mussten wir erneut einen kleinen Hügel mit ungefähr 100hm fahren. Hier mussten wir dann teilweise etwas beissen, aber das war kein Problem, bevor wir anschliessend auf den letzten 5km mit Windschattenfahren in Richtung Ziel loslegen konnten. Vor allem Rafael legte sich hier ziemlich ins Zeug und setzte sich des öfteren auch an die spitze unserer kleinen Gruppe von ca. 5-7 Leuten. Er legte dabei ein solches Tempo vor, dass die mitfahrenden anderen Teams im Ziel sogar lobend auf ihn zukamen und sich für das „Tempo machen" bedankten.
Unsere Zeit war heute 05:12 Stunden. Wir belegten damit den 25. Platz in der Mixed-Wertung. So langsam scheint sich unserer Position hier einzupendeln, denn das ist auch genau der Platz, auf dem wir derzeit in der Gesamtwertung zu finden sind.
Morgen geht’s für uns nun auf die siebte und vorletzte Etappe von Malè weiter in Richtung Madonna di Campiglio. Es wird mit 47km zwar die kürzeste Etappe der diesjährigen Transalp sein, dennoch hat sie insgesamt über 2300hm zu bieten. Daher wissen wir jetzt schon, dass uns eine recht kräfteraubende „Berg-Etappe" bevor steht.
Daniel und Nico:
Nach der gestrigen Mammut-Etappe ging es heute über 73km und 2363 Höhenmeter nach Male. Um 6 Uhr wurden bereits unsere Taschen abgeholt – das bedeutete 6 Stunden Schlaf. Aber wir waren trotzdem motiviert, nach der Leistung von gestern können wir sehr zufrieden sein. Die 10km Abfahrt ab unserem Hotel von Passo del Tonale, das im Sommer ziemlich verlassen ist, nach Ponte di Legno waren sehr spaßig, so muss ein guter Biketag anfangen. Am Start/Ziel Bereich angekommen das tägliche Prozedere: High5 Stand aufsuchen um Gels zu kaufen, letzter WC-Gang und der Kampf um die Startplätze. Leider starten wir wieder aus Block C.
Fällt der Startschuss kann man sich dann ganz gemütlich anziehen, bis Block C startet vergehen dann mal 2-3min. Ohne große Umwege ging es heute direkt in den ersten Berg, 1200 Höhenmeter über einen Wanderweg, welcher zum Großteil nur eine fahrbare Spur hatte. Erstaunlicherweise waren unsere Bein ganz gut, wir arbeiteten uns Platz um Platz nach vorne. Es macht einfach riesig Laune wenn es nach vorne geht und man Druck auf dem Pedal hat. Allerdings vergisst man vor lauter Ehrgeiz, dass man doch über 4 Stunden im Sattel sitzt. Denn oben angekommen ging es direkt in einen Singletrail welcher Konzentration und Kraft im Stehen forderte… Also werden Riegel und Gel eingeworfen während der Fahrt in der Hoffnung nicht rechts den Abhang runter zu stürzen. Dann noch schnell Iso Trink einwerfen und nach 5min geht langsam die Konzentration wieder aufwärts. Die restliche Strecke bestand aus Anstiegen mit etwa 400 Höhenmeter, teilweise Wanderwege, teilweise wunderschöne flowige Singletrails. Der Tag war einfach toll, super Strecke und tolles Wetter. Wir starten immer mit 2 x 700ml vollen Trinkflaschen und kamen mit den Verpflegungsstationen ganz gut klar. Doch heute waren wir nach dem ersten Anstieg sehr gut platziert und weit vorne, so dass wir weder die Landschaft um uns gesehen haben, Bilder unterwegs machen konnten und die letzte Verpflegungsstation komplett ausgelassen haben. Nach der 15km Abfahrt kam nämlich der letzte Teil nach Male: 15km leichte abfallende Bolzerstecke auf Teer. Teilweise Radwege, teilweise Straße mit kleinen Rampen im Zielort. Zu diesem Zeitpunkt müssten wir um die Top70 gelegen haben und waren mit einem Team aus Italien auf Windschattenfahren gut bedient. Bis dann diese verdammte 4cm Glasscherbe Nicos Reifen aufschlitzte, der hinten tubeless fährt mit Schwalbe docblue Milch. Das Loch war aber so groß, dass die Flüssigkeit nichts abgedichtet hat. Nico wollte es erst nicht glauben, bis dann bei 50km/h das Hinterrad komplett die Luft verlor.
Anhalten, Laufrad raus, Nico entfernte das tubeless Ventil, Daniel bereitete Schlauch und CO²-Patrone vor, Scherbe suchen und entfernen, Schlauch rein, Patrone schießen und Laufrad rein. In der Summe dauerte es dann aber doch 2-3min und geschätzte 30 Fahrer später waren wir erst wieder auf dem Bike. Das war der zweite Platten innerhalb den 6. Transalpetappen.
Voller Wut im Bauch versuchten wir im Alleingang an die zwei großen Gruppen, die uns überholt hatten, ranzufahren. Mit Gegenwind bei über 50km/h und Puls Anschlag 180 nach über 4 Stunden Fahrt keine einfache Gelegenheit. Wir kämpften bis zum Ziel, die letzten 2 Rampen im Wiegetritt übersprintet, doch unsere gute Platzierung war weg. Platz 92 nach 4:30h. Wir sind superhappy darüber und freuen uns auf die letzten beiden verbleibenden Etappen, morgen nach Madonna und am Samstag die letzte Etappe nach Riva. Einerseits ist es wirklich eine Schinderei, jeden Tag am Limit zu fahren, andererseits ist es einfach traumhaft, den schönsten Sport mit den tollsten Landschaften und Strecken zu erleben.
24. Juli 2010
Cosmic Sports Challengers Tagebuch: Die siebte Etappe von Malè nach Madonna di Campiglio
Auf der Etappe von Malè nach Madonna di Campiglio wird es noch einmal kurz und knackig. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael:
Die vorletzte Etappe der Transalp von Malè nach Madonna di Campiglio wurde heute nochmal richtig hart. Auf dem Plan standen zwar nur 47,73km aber mit insgesamt 2321hm trotzdem nicht zu unterschätzen. Im ersten Moment klingt es nicht so schlimm, nach sechs Tagen Transalp wurde es allerdings zur richtigen „Quälerei“ – vor allem Manuela hatte heute kaum mehr Kraft und hoffte nur noch, dass die Etappe schnell vorüber geht.
Bereits im Startblock war Manuela heute fast eingeschlafen. Nach 6 Renntagen in Folge schwinden so langsam doch die Kräfte. Vor allem da sie in den letzten sechs Wochen insgesamt 14 Wettkämpfe bestritten hatte, wurde sie mittlerweile richtig müde. Dies wurde auch direkt am ersten Anstieg schon klar, als wir immer mehr andere Teams ziehen lassen mussten. Rafael war zwar fit, aber Manuela dachte sie kommt nicht vorwärts. Rafael musste daher schon von Beginn an etwas „Schiebe- und Zieharbeit“ leisten, damit wir zumindest noch nicht direkt am ersten Anstieg ganz nach hinten fallen.
Nach ca. 7km kamen wir dann erst einmal – wie so fast jeden Tag – in einen gehörigen Stau, da einige Radfahrer vor uns vom Rad abstiegen und dies eine Kettenreaktion auslöste, sodass auch die folgenden Biker absteigen mussten. Knapp 1km weiter war der erste Anstieg geschafft und von da an ging es erst einmal kurz bergab. Diese Abfahrt liess aber leider kein flüssiges Fahren zu, da auch hier immer wieder einige Fahrer mit dem trockenen und staubigen Untergrund nicht zurecht kamen, das Feld abbremsten und damit auch alle folgenden Fahrer zum Absteigen zwangen.
Im weiteren Rennverlauf folgte eigentlich nur noch ein ziemlich langer Berg bis 35km. Dieser war zwischenzeitlich von einigen kleineren Abfahrten unterbrochen, aber es ging immer weiter hinauf, bis zum höchsten Punkt bei 2147 Höhenmetern.
Dieser Anstieg, wie auch die folgende Abfahrt, wurde für uns allerdings fast zur Hölle. Der mittlerweile einsetzende Regen mit Hagel durchweichte uns völlig und uns wurde es immer kälter. Leider konnte Manuela immer noch nicht schneller fahren, was sie auch an ihrem Puls spürte, da dieser schon kaum mehr an die 130 Schläge gelangen wollte. Auch der Boden wurde durch die Regenfälle komplett vermatscht und es wurde somit technisch auch immer schwieriger ohne abzusteigen über die Strecke zu kommen. Riessen grosse Wasserpfützen und schlammige Wiesen nahmen somit auch immer mehr und mehr den heutigen Fahrspass. Wir waren wirklich froh, als wir am Ende im Ziel ankamen. Aufgrund der schlechten Bedingungen heute war es ein eher weniger gelungenes Rennen und wir brauchten für diese Strecke mit 05:03 Stunden Fahrtzeit nun auch leider wesentlich länger, als wir normalerweise brauchen würden. Rafael wäre gewiss schneller durchgekommen, aber leider hatte Manuela keinen guten Tag erwischt. In der Gesamtplatzierung stehen wir nach der siebten Etappe damit nun auf Rang 26 und können morgen ein letztes mal vom zweiten Startblock B aus ins letzte Rennen nach Riva starten.
Auf dieser Etappe kam somit alles zusammen, was ein Mountainbike-Rennen nur bieten kann: Eine mega Hitze am ersten Teeranstieg, Staub ohne Ende in der ersten Abfahrt, Wetterumschwung mit Regen und Hagel auf dem Hauptanstieg zum höchsten Punkt des Rennens und Wind, Nässe und Matschpfützen auf dem letzten Teilstück.
Daniel und Nico:
Leider haben wir heute keine Bilder von unterwegs gemacht, dafür gibt es zwei Gründe: Zum Einen waren wir zu gut unterwegs und zum Anderen ging spielte heute das Wetter nicht mit.
Die heutige Etappe ist die kürzeste Etappe der diesjährigen Transalp 2010. Allerdings ging es fast nur bergauf und die Anstiege waren extrem steil mit einige Laufpassagen.
Für uns war das der Tag der Wahrheit: Die Strecke war kurz genug, um von Anfang an alles zu geben, in der Hoffnung, die Kraft reicht bis zum Ziel.
Daher starteten wir direkt durch: Der erste Berg nach dem Start war unsere Hoffnung, vor den großen Massen in den darauffolgenden Trail inkl. Abfahrt zu kommen. Der Plan ging auf, wir überholten nonstop andere Teilnehmer und platzierten uns im Startblock B. Der Pulsbereich war zwischen 170-180 und sind kräftetechnisch am Limit gefahren. Nach dem ersten Anstieg inkl. Abfahrt folgte eine Verbindungsstrecke auf Asphalt zum nächsten Berg. Leider hatten wir keine Gruppe die uns half, trotz animieren „lutschen“ die Gegner im Windschatten. Da wir aber heute alles auf eine Karte setzten versuchten wir, dass Tempo hochzuhalten. Außerdem pokerten wir, die 1. Verpflegungsstation sah uns nur vorbeifahren. Ohne Helfer und Betreuer verlieren wir einfach zu viel Zeit beim Auffüllen der Flaschen und Essen fassen.
Nun kam aber der Hammer, der letzte Anstieg, aufgeteilt in 3 Abschnitte mit teilweise extremen Steigungen, die wohl einige schieben mussten. Wir merkten langsam aber sicher, dass wir so weit vorn bisher noch nie gewesen waren. An der Verpflegungsstation wurde uns essen und trinken gereicht, anders als die Etappen vorher, wo wir schauen mussten, überhaupt irgendwas zwischen die Finger zu bekommen. Da freut man sich von netten Damen bedient zu werden! Die erste Rampe holten wir noch einige Plätze auf, bis dann die Steigungen uns aufstellten. Teilweise so steil, dass man voll konzentriert versuchten musste, nicht vom Rad zu kippen. Die zweite Rampe war dann mit unfahrbaren Treppentrails versehen – laufen bzw. rennen war angesagt. Eigentlich nicht unser Ding, aber die Motivation war so hoch, selbst das lief heute gut. Nach der zweiten Rampe waren wir uns nicht mehr sicher wo wir uns befanden. Wir haben auf unserem Lenker jeden Tag das Höhenprofil der Etappe aufgeklebt, leider immer zu klein. Aber zumindest weiß man dann, was einen noch erwartet. Doch wenn man nicht weiß, wo man sich gerade befindet, nutzt das nicht. Eigentlich waren wir schon bereit für die Abfahrt, dann kam Rampe Nr. 3. Wieder extrem steil, wieder extrem heftig und trotzdem ging es einigermaßen vorwärts. Kurz vor dem Gipfel wollten wir noch ein Bild machen, da wir durch den sehr schnellen Rennverlauf nicht dazu kamen. Genau in diesem Moment öffnete sich der Himmel und Dauerregen mit Graupel war angesagt.
Die Alarmglocken läuteten, die neu gekaufte Kamera musste wasserdicht verstaut werden. Kein leichtes Unterfangen wenn ein Wolkenbruch niedergeht, dass Trikot zugemacht werden muss, Brille am Lenker hängt und man sich schon in der Abfahrt befindet.
Die Abfahrt war eine Highspeed Schotterabfahrt – wieder machten wir einige Plätze gut. An dieser Stelle muss Kritik an der Organisation geübt werden: Es kamen in dieser Abfahrt insgesamt vier große LKW-Betonmischer entgegen. Einfach krass wenn man am Limit fährt, es in Strömen regnet, man durchs Überholen nie auf der Ideallinie ist und in jedem Moment mit einem LKW rechnen muss. Sowas darf nicht sein! Es folgten noch weitere kurze Singletrails durch moorastigen Boden und Wurzeln – der Regen machte es noch schwerer. Aber dadurch konnten wir zumindest mehr aufholen und erreichten nach einem Sprint durch Madonna di Campiglio nach 3:20h das Ziel. Das entspricht Platz 47 nach 2320 Höhenmeter, wir sind überglücklich und freuen uns riesig. Damit sollten die Top100 in der Gesamtwertung endlich erreicht sein!
25. Juli 2010
Cosmic Sports Challengers Tagebuch: Die letzte Etappe von Madonna di Campiglio nach Riva del Garda
Die letzte Etappe ist erreicht mit nur einem Ziel vor Augen: Riva. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael:
Endlich – wir sind in Riva angekommen!!! Nach insgesamt 41:49.15 Stunden Fahrtzeit haben wir die diesjährige Craft Bike Transalp mit insgesamt 605,53km und 19926hm geschafft! :-)
Der Morgen fing an, wie die letzten 7 Tage auch. Pünktlich um 6 Uhr klingelte der Wecker und wir schalteten ihn erst einmal wieder aus, um noch einige Minuten weiter zu schlafen ;-) Nach 7 Etappe merkt man die Müdigkeit des Körpers doch deutlich, aber es nützte nichts und wir mussten kurz drauf doch aufstehen, immerhin ging es heute zur letzten Etappe auf an den
Gardasee. Nach dem Frühstück fuhren wir mit unserer Betreuerin Liz nach Madonna und trafen hier dann noch Manuela’s Eltern, die gestern extra aus dem Saarland angereist waren, um uns auf den letzten beiden Etappen noch zu überraschen und anzufeuern.
Los ging es erneut um 9Uhr. Die Startphase war dieses Mal über die ersten knapp 12km neutralisiert, da es zunächst nur bergab ging und es bei 1100 Startern viel zu gefährlich wäre, all die Fahrer von Beginn an los rasen zu lassen. Das hiess für uns, dass es in einem einigermassen lockeren Tempo zunächst nur bergab ging und man einfach „mit dem Strom mit rollte“. Durch
die lange Abfahrt konnte wurden die Beine (sowie der Rest des Körpers) natürlich erst einmal wieder kalt, da die Temperaturen an diesem Morgen noch nicht sonderlich hoch waren. Aber nach knapp 12km änderte sich das direkt, da hier der erste Anstieg für heute anstand.
Auf ca. 12km mussten wir 1000hm (von den heutigen 1770) erklimmen. Dabei bekamen wir natürlich direkt warm. Die Beine waren bei Manuela heute auch wieder deutlich besser als gestern, sodass wir nicht all zu viele Plätze verloren. Im oberen Bereich des Berges stiegen immer mehr und mehr Fahrer von ihrem Rad ab, um zu schieben. Die Steigung näherte sich hierbei schon fast der 25-30% Marke. Wir versuchten hier soweit es ging auf dem Rad zu bleiben und konnten im oberen Teil noch einige Leute überholen. Aber leider mussten wir auch kurz drauf vom Radfahren aufs Radschieben umsteigen, da wir durch die schiebenden Leute nicht mehr die Ideallinie fahren konnte. Das
machte aber nicht viel aus, da kurz vor der Kuppe auch erneut eine Steinpassage kam, die nicht mehr fahrbar war. Die Abfahrt die sich anschloss war einfach nur traumhaft. Erst ging es über
Schotter, danach schloss sich eine Serpentinen-Abfahrt auf Teer an. Speziell Rafael machte diese Abfahrt einen mega Spass und er liess es ordentlich krachen und überholte immer mehr voranfahrende Gruppen. Manuela folgte ihm kurz drauf, konnte allerdings leider nicht so schnell abfahren wie Rafael und somit musste er unten noch kurz warten bevor es weiter ging. Auf den nächsten Kilometern war wieder Windschattenfahren angesagt. Wir konnten hier eine gute Gruppe finden und blieben so gut es ging zusammen. Auf kleineren Anstiegen zerfiel sie zwar immer kurz, aber sobald es wieder flacher wurde, konnten alle wieder gemeinsam ein recht gutes Tempo aufnehmen. Nach 61km kündigte sich dann schon so langsam ein von Uli Stanciu angekündigte „Gardasee-Trail“ an. Der Gardasee ist berühmt und berüchtigt für seine technisch schwierigen Abfahrten und Teilnehmer, die die Transalp schon aus den Vorjahren kannten, wussten, dass dies in vielen Fällen nur Schieben Schieben und Schieben bedeutet. Dies war auch bei uns so, denn zunächst ging es eine nicht fahrbare Rampe von knapp 1km im Wald hoch. Dieser Trail war nicht aufgrund seiner Steigung „nicht fahrbar“ sondern vielmehr wegen des Untergrundes (lockerer Boden)
sowie wegen den Zahlreichen kleineren Felsbrocken und Wurzeln die kein gleichmässigen Fahren zugelassen hätten. Den ganzen Weg hinauf freuten wir uns schon auf die Abfahrt, da wir doch zuversichtlich waren, dass wir diese vielleicht grösstenteils fahren können. Manuela versuchte dies auch im oberen Bereich, kam allerdings nicht sonderlich weit, bis ihr ein Stein im Weg lag und sie zum leichten „Bodenkontakt“ zwang. Aber zum Glück war hier
nicht viel passiert und von da an hatte sie wohl etwas zu viel Respekt vor dem Trail und schon ihn sicherheitshalber wie auch die anderen Teilnehmer fast komplett bergab. Rafael war im hier im Schieben etwas schneller und konnte im unteren Teil sogar auch wieder ein Stück fahren, musste dann aber doch noch auf die „schiebende Manu“ warten bis es auf die letzten Kilometer zum See ging. Den Gardasee konnten wir von diesem Punkt aus sogar schon sehen und laut Kilometeranzeige waren es auch nur noch knapp 4km. Von diesem Punkt an ging es nur noch auf Schotter und Teer bergab. Unten in Riva angekommen, drehten
wir erst noch eine kleine Runde über die Hauptverkehrsstrassen. Die abgestellten Polizisten sicherten uns hierbei freie Fahrt und hielten immer wieder die Autos an, sobald die nächsten Radfahrer in Sicht kamen. Nach insgesamt 04:21.32 Stunden kamen wir dann heil und sicher im Ziel an. Es wäre gewiss auch eine schnellere Zeit drin gewesen, aber speziell auf dem letzten Trailstück wollten wir nichts riskieren und lieber ohne Verletzungen durchkommen.
Im Tagesergebnis bedeutete diese Zeit für uns den 30. Platz der
Mixed-Kategorie. Leider verschlechterten wir uns damit in der Gesamtwertung erneut um einen Platz, erreichten aber immerhin nach den 8 Tagen nun den 27. Rang in der Endwertung.
Echt Wahnsinn, diese Transalp! Wir sind froh, dass wir bei diesem Erlebnis dabei sein durften und bedanken uns nochmals recht herzlich bei allen Sponsoren Cosmic Sports, Marzocchi, Crank Brothers und Knog. Vielen Dank!!! :-)
Daniel und Nico:
Bevor wir mit dem Tagesablauf beginnen: Wir sind uns immer noch nicht bewusst, was da vor ein paar Stunden abging. Wir haben tatsächlich die letzte Etappe auf Platz 22 beendet. Einfach der Wahnsinn! Aber der Reihe nach…
Heute war es soweit: Der letzte Tag, die letzte Etappe, das letzte Mal um 6Uhr aufstehen und direkt ins Trikot. Das letzte Mal die Transalptasche packen, das letzte Mal Gels und Riegel portionieren, das letzte Mal Getränke anrühren, das letzte Mal 3-Schicht-Ölung anwenden (Pferdesalbe, Sixtus Active Creme, Sixtus Startöl), das letzte Mal im Stress pünktlich zum Start zu kommen, das letzte Mal aufs Bike für diese Woche.
Doch erstmal müssen wir nochmal ein Wort zu unserem Hotel verlieren: Noch nie haben wir so gut geschlafen, die Betten waren ein Traum. Das moderne Ambiente lässt einen in eine andere Welt abtauchen – als wir dann zum Frühstück den offen angelegten, im modernen Holz-Fachwerk, Speisesaal betraten, trauten wir unseren Augen nicht. Die gigantische Auswahl an Essen, von Lachs, leckerstem Käse und Schinken über 5 verschiedene Kuchen und Torten bis zu Müslivarianten, die uns zuvor unbekannt waren. Obwohl wir endlich in Startblock B waren nach unserem Gesamtrang 95 nach Etappe 7, haben wir während dem Frühstück beschlossen, dass wir auf eine gute Startposition verzichten und lieber das Frühstück in vollen Zügen genießen. So sind wir erst 30min vor dem Start in die Startaufstellung gekommen, allerdings war das nebensächlich. Wir hatten das Beste Frühstück überhaupt – Essen ist neben biken doch das Schönste auf der Welt (und ein, zwei anderen Dingen).
Die Etappe begann mit einer 12km langen Abfahrt, welche im neutralisierten Start bewältigt werden musste. Wäre die Abfahrt frei gewesen, hätte es Tote und Verletzte gegeben, da selbst auf Platz 200 ein hohes Risiko eingegangen wird beim Überholen in der Gruppe von 1100 Starter zu stürzen.
Nach der Abfahrt ging es direkt in den ersten und längsten Anstieg, die Beine waren im Einstieg bleischwer, da die 12km Abfahrt bei 18°C wirklich alles abkühlte. Doch wir haben uns an das fast forward murnau Team (über die wir noch einen gesonderten Bericht machen möchten) angehängt und haben deren wahnsinniges Tempo versucht zu halten. Im Prinzip wendeten wir die gleiche Taktik wie gestern an: Von Anfang an Vollgas, alles auf eine Karte.
Die Beine waren schnell da, der Druck auf dem Pedal stimmte. Die Jungs zogen uns bis kurz vor den Gipfel, dass Tempo war wirklich klasse. Kurz vor dem Gipfel erreichten wir die Norgaard-Sisters (führendes Damenteam) und hatten bereits eine super Position vor der Abfahrt. Es folgten ein flaches Verbindungsstück auf der Straße und ein paar Wellen, die immer wieder unsere Gruppe von 15 Leuten sprengten. Kurz vor Riva erhob sich ein böser Anstieg, der zur Hälfte unfahrbar war. Das heißt rennen, rennen, rennen. Oben völlig fertig am Ende dieser Gruppe angekommen, versuchten wir nun in der Abfahrt zum Gardasee das Tempo mitzugehen. Der Trail war der Wahnsinn, voll am Anschlag heftigste Absätze, Felsen und Steine mit dem Hardtail bewältigen – typisch für den Gardasee. Das Bike hielt aber durch, bis auf die Kette, welche über die Kurbel sprang und sich festklemmte. Kurzer Stopp, völlig panisch die Kette wieder gerichtet und ab gings. Doch wir hatten weniger Probleme wie die Anderen in dieser Gruppe und konnten unsere Fahrtechnik ausspielen. Unten angekommen waren wir plötzlich alleine. Alleine vor Riva, alleine vor dieser Gruppe. Nun waren es noch 5km bis ins Ziel, über die Straßen durch Riva, welche nicht abgesperrt waren. Völlig am Anschlag haben wir sogar zwei weitere Teams vor uns geschnappt und haben im Zielsprint tatsächlich Platz 22 erreicht. Wenn man unsere Vorbereitung und den bisherigen Verlauf der Transalp sieht, können wir unglaublich glücklich sein. Und genau das sind wir nun auch und genießen das Wochenende am Gardasee! Wir haben uns jede Etappe gesteigert, von Platz 164 auf Etappe 1 bis zum Platz 22 auf Etappe 8. Einfach genial!
