Am dritten Tag der BIKE Transalp Challenge gings für unsere Teams von Ischgl nach Scoul. In Ihrem Tagebuch schreiben sowohl das eine Team mit Manuela und Rafael sowie das andere mit Daniel und Nico von Ihren täglichen Erlebnissen.
Manuela und Rafael: Die dritte Etappe von Ischgl nach Scuol stand für uns beide leider von Beginn an unter keinem guten Stern. Bereits kurz nach der Einführungsrunde, in der es einmal rund durch die Innenstadt Ischgl’s ging, merkte Manuela, dass sie ziemliche Probleme mit dem hinteren Antrieb hatte. Und dem nicht genug, ging es wenige Meter weiter auch direkt schon hoch zum Idjoch in den ersten Berg rein, wo Manuela noch am Fusse des Anstiegs erneut Nasenbluten bekam. Dies veranlasste uns beide zu einer ungewollten knapp 10 min dauernden Pause, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt vielleicht erst einmal selbst 10 min Fahrtzeit hatten. Dadurch war unser Startplatz im zweiten Startblock leider direkt weg und wir mussten vom Ende des Feldes(!) aus das Rennen in Angriff nehmen. Dies bedeutete für uns, dass wir knapp 1100 Fahrerinnen und Fahrer direkt vor uns hatten.
Dadurch kamen wir an dem ersten Anstieg natürlich einmal direkt in einen Stau, versuchten aber jede auch nur kleine Lücke zu nutzen und uns stückweise vorzuarbeiten. Da der Berg auf 11km mit seinen 1400 zu bewältigenden Höhenmetern dem ein oder anderen Fahrer nicht unbedingt lag, entzerrte sich das Feld auf den ersten Kilometern schon enormst. Dies machte unsere Überholversuche etwas einfacher.
Nach knapp 1200 gefahrenen Höhenmetern wurde die Luft allmählich dann ziemlich dünn, aber der geniale Ausblick spornte uns immer weiter an. 100hm weiter merkte Manuela dann allerdings, dass sie die Höhenluft scheinbar nicht sonderlich gut verträgt und sie bekam leichtes Kopfweh. Die letzten paar Meter hoch zum Gipfel mussten wir unsere Räder dann leider auch noch schieben. Der Anstieg war recht steil und der Untergrund nicht sonderlich griffig. Es gelang an dieser Stelle nur wenigen Fahrern das Hochfahren (wobei man sagen muss, dass man beim Schieben eigentlich schneller voran kam, als wenn man versuchte sich auf dem Rad hoch zu quälen).
Als wir endlich oben angekommen waren, zogen wir uns zunächst einmal unsere mitgebrachten Wind- bzw. Regenjacken über, denn in 2737 Metern Höhe war die Luft schon etwas frisch und vor allem auf der Abfahrt kam dann ja noch der kühle Fahrtwind hinzu.
Die Abfahrt verlief über groben Schotter und war gut zu bewältigen. Wir konnten hier wieder einige Plätze gut machen, aber vor allem Manuela traute auf den ersten Metern ihrem Antrieb
nicht mehr recht und fuhr daher meist mit „angezogener Handbremse“.
Auf den nächsten Kilometern wechselten sich die An- und Abstiege wieder etwas ab bevor es zum nächsten Berg ging. Aber dieser Berg hoch zur Kobleralm war im Vergleich zum ersten Anstieg schon fast gar kein Berg mehr, denn hier standen uns nur noch 400hm Differenz bevor. Die sich darauf anschliessende Abfahrt hatte dann sogar noch ein kleines „Sahnebonbon“ für uns zu bieten: Bei ca. Kilomter 40 schloss sich ein traumhafter Downhill an. Hier legte Manuela dann richtig los und überholte ständig irgendwelche Fahrer, die sich nicht trauten die Abfahrt zu fahren. Der Trail war gespickt von kleineren Felsbröckchen und zahlreichen Wurzeln - und Wurzeln ist Manuela von ihrem „Heim-Trail“ in Zürich ja bestens gewöhnt. Rafael folgte direkt und so konnten wir wieder etwas der verlorenen Zeit vom Anfang gut machen.
Die letzten Kilometer bis zum Ziel führten uns dann über die Österreich-Schweizer-Grenze Richtung Sur En weiter nach Scuol. Hier konnten wir uns mit einigen anderen Fahrern zusammenschliessen und Windschatten fahren. Die Strecke war zwar nicht ganz flach und bot einen leichten Anstieg, wurde dementsprechend aber zur Drücker-Passage und man war froh, wenn man jemand vor sich hatte.
Nach insgesamt 73,64km und 2504hm kamen wir dann aber dennoch ziemlich erschöpft im Ziel in Scuol an. Für die Strecke brauchten wir heute insgesamt 05:04.22 Stunden (bedeutet den 36. Platz in der Mixed-Wertung und den 327. Platz Gesamt). Dadurch, dass wir zu Beginn des Rennens am Ende des Feldes waren, konnten wir anhand der Gesamt-Wertung sogar sehen, wie viele Leute wir insgesamt überholte hatten: Es waren fast 400 Stück :-)
Morgen geht’s dann von Scuol aus weiter nach Livigno. Die Strecke soll landschaftlich eine der schönsten Strecken der Schweiz sein, zumal sie identisch mit dem ersten Teil der Langstrecke des berühmten Nationalpark Bike-Marathons ist. Wir sind gespannt :-)
Daniel und Nico: Der heutige Bericht wird etwas knapper ausfallen. Wir sind mittlerweile ziemlich kaputt - und das nach Tag 3. Nach dem schönen Etappenort Ischgl ging es heute über das Idjoch nach Scuol. Direkt vom Start weg 1400 Höhenmeter am Stück die Skipiste aufs Idjoch. Unverschämt lang, unverschämt steil und unverschämt hart.
Da wir morgens eher von der langsamen Truppe sind und nicht 2h vor Start, wie manch Übermotivierte, einen Startplatz sichern, wartet man dann mal eben ein, zwei Minuten nach dem Startschuß bis man losfahren kann. Wir versuchen zwar gerade am Start einige Plätze gut zu machen, bei 1100 Startern ist das aber manchmal wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Es ging direkt in den Skihang von der Talabfahrt in Ischgl und zog sich weitere 1400 Höhenmeter am Stück. Langsam aber kontinuierlich machten wir Plätze um Plätze gut und kamen am Idjoch in einer guten Position an.
Die Position war zumindest so gut, dass wir in der Abfahrt nicht aufgehalten wurden. Denn es war ein wahrer Genuß, technisch zwar wenig anspruchsvoll, aber mit der Geschwindigkeit wächst dann doch die Herausforderung. Wir hielten uns einigermaßen an dieser Position, auch wenn wir an den Verpflegungsstationen immer Zeit verlieren. Wie das geht wissen wir nicht genau, da wir zwei Flaschen auffüllen, alles essbare einwerfen und ab gehts - Andere kriegen das aber schneller hin.
Nach dem zweiten Anstieg kam dann wie so oft unser Sorgenkind, ein 20km Flachstück bis ins Ziel. Wir verloren zwar nicht wieder so viele Plätze wie an den Vortagen, aber es hat wieder alle Körner gekostet um die Platzierung zu erreichen.Im Ziel angekommen nach 4:25h, bedeutet Platz 110. Wir werden morgen wohl das Gas richtig rausnehmen, da wir nach der Etappe heute doch sehr müde sind. Am Mittwoch steht die Königsetappe an, dass wird hart, sehr hart werden für uns.
Übrigens hatten wir bis dato keinen Platten, hoffentlich bleibt das so. Gefahren wird vorn mit einem RocketRon in 2,25, und hinten Racing Ralph in 2,25 (der eher 2,0 entspricht). Nico fährt auf den Crankbrothers Cobalt tubeless mit 50ml docblue Milch (die schon 2 Jahre alt ist und trotzdem hält ;) ), Daniel mit XXLight Schläuchen und 25ml docblue pro Reifen.
Nun werden wir zur Gondelstation in Scuol laufen und die Pasta Party in der Bergstation genießen. Bilder gibts morgen!































